Mehrsprachige Websites: Vom Sprachwechsel bis zur Anfrage

Per Starke arbeitet mit seinem Laptop auf einer Treppe im Grünen

Stell dir vor, du liest eine passende Leistungsseite auf Deutsch. Du möchtest sie einer englischsprachigen Kollegin schicken und wechselst die Sprache. Plötzlich landest du auf der Startseite. Die Suche nach der passenden Leistung beginnt von vorne.

Bei einer mehrsprachigen Website schaue ich deshalb auf den gesamten Weg: vom ersten Einstieg über die Sprachwahl bis zur Anfrage und ihrer Bestätigung.

Erst klären, welche Inhalte gebraucht werden

Ein Schweizer Unternehmen kann deutschsprachige Kunden vor Ort und internationale Ansprechpartner auf Englisch bedienen. Daraus ergeben sich Fragen für die Planung: Welche Leistungen sind für beide Gruppen relevant? Welche Belege helfen jeweils? In welcher Sprache kann das Team beraten?

Eine kleine Seitenmatrix macht diese Entscheidungen sichtbar. In die Zeilen kommen die wichtigen Seiten, in die Spalten die Sprachen. Daneben halten wir fest, welche Inhalte übernommen, angepasst oder vorerst ausgelassen werden und wer sie fachlich freigibt.

Bei mehrsprachigen Websites für Unternehmen gehört diese Planung zur Strukturarbeit. Sie hilft auch beim Umfang: Eine zusätzliche Sprache braucht passende Inhalte, Kontaktwege und spätere Pflege.

Beim Sprachwechsel die Aufgabe erhalten

Wer auf einer Leistungsseite die Sprache wechselt, sollte möglichst bei derselben Leistung bleiben. Beschrifte die Auswahl klar, etwa mit «Deutsch», «English» oder «Français».

Wenn es die entsprechende Seite noch nicht gibt, braucht der Besucher einen verständlichen Hinweis und einen sinnvollen weiteren Weg. Ein leerer Platzhalter oder ein unbemerkter Sprung auf eine allgemeine Seite lässt die ursprüngliche Frage offen.

Google empfiehlt eigene URLs für Sprachversionen und eine manuell erreichbare Sprachwahl. Automatische Weiterleitungen aufgrund einer vermuteten Sprache können den Zugang zu anderen Versionen erschweren. Ein Vorschlag zur Sprachwahl kann hilfreich sein; die Entscheidung sollte beim Besucher bleiben.

Sprachversionen technisch zuordnen

Eigene URLs geben jeder Fassung eine verlinkbare Adresse. Als einfaches Beispiel können eine deutsche Beratungsseite unter /de/beratung/ und ihre englische Entsprechung unter /en/consulting/ liegen. Die genaue Struktur hängt vom bestehenden Auftritt ab.

Die technische Zuordnung der Varianten erfolgt beispielsweise über hreflang. Damit teilen Seiten Google mit, welche anderen Fassungen zum gleichen Inhalt gehören. Die Verweise schliessen die jeweilige Seite selbst ein und verbinden die passenden Versionen wechselseitig. Die Google-Dokumentation zu lokalisierten Seiten beschreibt diese Zuordnung im Detail.

Zusätzlich erhält jede Seite ihre passende Sprachangabe im HTML. Das W3C erklärt die Deklaration mit dem lang-Attribut. Diese Angabe hilft bei der Verarbeitung der Sprache, etwa durch unterstützende Software. Google bestimmt die Seitensprache anhand des Inhalts selbst.

Bis zur Rückmeldung in der Sprache bleiben

Eine übersetzte Leistungsseite führt oft in ein Formular. Genau dort lohnt sich der nächste Blick: Sind Feldnamen, Hilfetexte, Fehlermeldungen und die Versandbestätigung ebenfalls verständlich?

Prüfe auch die verlinkten Unterlagen und die angekündigte Antwort. Wer auf Englisch anfragt, sollte erkennen können, ob eine Antwort auf Englisch möglich ist. Wenn das Unternehmen nur bestimmte Sprachen im Gespräch abdeckt, lässt sich das vor der Anfrage offen erklären.

Bei jeder Änderung braucht es eine Zuständigkeit für die anderen Fassungen. Sonst beschreibt eine Sprachversion noch das alte Angebot, während eine andere bereits einen neuen Umfang verspricht.

Ein kurzer Prüfweg für dein Team

Nimm eine wichtige Leistung und gehe denselben Weg in jeder angebotenen Sprache durch:

  1. Öffne die Leistungsseite direkt, ohne den Umweg über die Startseite.
  2. Wechsle die Sprache und prüfe, wo du landest.
  3. Folge dem Kontaktweg und lies auch Hilfetexte und Rückmeldungen.
  4. Öffne wichtige Downloads und weiterführende Links.
  5. Prüfe auf dem Handy, ob längere Überschriften und Beschriftungen vollständig lesbar bleiben.

Halte gefundene Lücken in der Seitenmatrix fest. So wird sichtbar, ob eine Übersetzung fehlt, ein Link falsch zugeordnet ist oder eine Rückmeldung noch zur anderen Sprache gehört.

Kurz gesagt

Eine gute Sprachversion führt eine konkrete Aufgabe durch den gesamten Auftritt. Plane Inhalte, Seitenzuordnung und Kontaktweg gemeinsam und prüfe diesen Weg auch nach späteren Änderungen erneut.