Sichtbar in ChatGPT und KI-Suche: Wie GEO funktioniert
Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen nicht mehr zuerst bei Google, sondern direkt in ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Antworten. Statt zehn blauen Links bekommen sie eine fertig formulierte Antwort mit einer Handvoll zitierter Quellen.
Für dein Unternehmen heisst das: Entweder deine Website ist eine dieser Quellen, oder die Antwort empfiehlt jemand anderen.
Die gute Nachricht: Wie KI-Systeme ihre Quellen auswählen, ist kein Geheimnis. Es gibt dazu Forschung, offizielle Dokumentation von Google und inzwischen reichlich Praxiserfahrung. In diesem Beitrag erklären wir, wie die Auswahl funktioniert, was sich 2025 und 2026 verändert hat und was du konkret tun kannst.
Worum es geht
Der Fachbegriff für dieses Thema ist Generative Engine Optimization, kurz GEO: Inhalte so aufbereiten, dass KI-Systeme sie finden, verstehen und in ihren Antworten zitieren.
Um GEO zu verstehen, hilft ein Blick hinter die Kulissen. Ein Sprachmodell wie ChatGPT beantwortet aktuelle oder lokale Fragen nicht aus dem Gedächtnis. Es macht im Hintergrund zwei Dinge:
1. Suchen. Das System startet eine klassische Websuche, ruft die vielversprechendsten Seiten ab und liest sie.
2. Zitieren. Aus den gelesenen Seiten formuliert es eine Antwort und verknüpft die wichtigsten Aussagen mit Quellenangaben.
Daraus folgt die zentrale Erkenntnis dieses Beitrags: Deine Website muss zwei Hürden nehmen. Sie muss gefunden werden, das ist klassisches SEO. Und sie muss zitierfähig sein, das ist der neue Teil.
Was sich 2025 und 2026 verändert hat
Drei Entwicklungen prägen den aktuellen Stand:
Erstens: KI-Antworten sind Normalität geworden. Googles AI Overviews erscheinen inzwischen bei einem grossen Teil aller Suchanfragen, besonders bei Fragen, hinter denen ein Informationsbedürfnis steht. ChatGPT und Perplexity durchsuchen das Web standardmässig live. Die KI-Suche ist kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag.
Zweitens: Die FAQ-Rich-Results sind weg. Seit Mai 2026 zeigt Google die ausklappbaren Frage-Antwort-Snippets in den Suchergebnissen nicht mehr an, so steht es in Googles Entwickler-Dokumentation. Der spannende Punkt daran: Inhalte im Frage-Antwort-Format sind trotzdem wertvoller denn je, denn genau solche Passagen zitieren KI-Systeme am liebsten. Weggefallen ist die Darstellung, nicht der Nutzen.
Drittens: Google hat klargestellt, dass es keine Spezialtricks braucht. Googles eigene Dokumentation sagt sinngemäss: Wer für die KI-Suche optimieren will, macht gutes SEO. Spezielle Dateien oder Formate sind nicht nötig. Das gilt auch für llms.txt, eine Textdatei, die KI-Systemen den Inhalt einer Website zusammenfassen soll: Laut Google hat sie keinen Einfluss auf die Suche oder auf AI Overviews, und unabhängige Auswertungen über hunderttausende Domains fanden bislang keinen messbaren Zusammenhang mit KI-Zitaten. Anlegen schadet nicht, manche KI-Werkzeuge lesen die Datei tatsächlich. Aber sie ist optional, keine Abkürzung.
Was Inhalte zitierfähig macht
Die wichtigste wissenschaftliche Grundlage zu dieser Frage ist die GEO-Forschungsarbeit von Aggarwal et al., die den Begriff geprägt hat. Das Team testete neun Methoden, um Inhalte in KI-Antworten sichtbarer zu machen. Das Ergebnis: Die besten Methoden steigerten die Sichtbarkeit in den Experimenten um bis zu 40 Prozent. Ganz vorne lagen konkrete Zahlen, Zitate von Fachleuten und saubere Quellenangaben. Ganz hinten lag Keyword-Stuffing, also das blosse Wiederholen von Suchbegriffen. Es brachte praktisch nichts.
Aus dieser Forschung und aus Googles Dokumentation lässt sich zusammenfassen, was zitierfähige Inhalte ausmacht:
- In sich geschlossene Antworten: Ein Absatz beantwortet eine Frage vollständig, ohne dass man den Rest der Seite kennen muss. KI-Systeme zitieren Passagen, keine ganzen Websites.
- Klare Struktur: Überschriften, die echten Fragen entsprechen, kurze Absätze, Listen. Was ein Mensch beim Überfliegen versteht, versteht auch eine Maschine.
- Echte Fakten: Konkrete Zahlen, Standorte, Leistungen und Erfahrungswerte statt austauschbarer Werbefloskeln. Eine KI zitiert Aussagen, keine Stimmung.
- Ein eindeutig erkennbares Unternehmen: Wer du bist, wo du arbeitest, was du anbietest, überall gleich benannt. Je klarer dein Unternehmen als eigenständige Grösse erkennbar ist, desto sicherer kann eine KI es zuordnen und empfehlen.
- Strukturierte Daten: Markup nach schema.org hilft Maschinen, Inhalte einzuordnen: Unternehmen, Leistung, Artikel, Autor. Die FAQ-Rich-Results sind Geschichte, der Verständnis-Effekt bleibt.
Genauso klar ist, was nicht funktioniert: Suchbegriffe stapeln, hundertfach ähnliche KI-Texte veröffentlichen oder auf eine magische Datei hoffen. Google formuliert es deutlich: Gefragt sind Inhalte mit eigener Perspektive, eigener Erfahrung und eigenem Wissen, also genau das, was ein Sprachmodell nicht selbst erzeugen kann.
Warum das wichtig ist
Der wichtigste Satz zur Erwartung: GEO baut auf SEO auf.
KI-Systeme finden ihre Quellen über die Suche. Eine Website, die nicht indexiert ist, technisch lahmt oder inhaltlich nichts hergibt, taucht auch in KI-Antworten nicht auf. Wer dir GEO als Ersatz für SEO verkauft, verkauft dir das Obergeschoss eines Hauses ohne Erdgeschoss.
Umgekehrt gilt aber auch: Wer die SEO-Basis hat, kann mit überschaubarem Aufwand zitierfähig werden. Die Punkte oben sind keine Zauberei, sondern konsequentes Handwerk. Und sie zahlen doppelt ein, denn dieselben Eigenschaften, die eine KI zum Zitieren braucht, helfen auch menschlichen Lesern und der klassischen Suche.
Für dich als KMU liegt darin eine echte Chance. Grosse Plattformen können Masse, aber keine Nähe: deine konkreten Projekte, deine Region, deine Antworten aus echter Erfahrung. Genau diese Substanz macht Inhalte zitierfähig. Wo du dafür konkret ansetzt, zeigt die Checkliste weiter unten.
Und wenn du das Thema nicht allein angehen willst: Wie wir Websites von der technischen Basis bis zu zitierfähigen Inhalten für die KI-Suche aufstellen, zeigen wir auf unserer Leistungsseite zu SEO für KI-Suche und LLMs.
Direkt umsetzen
Die Checkliste für deine Website, bewusst konkret gehalten:
- Sammle die zehn häufigsten Kundenfragen und beantworte jede an einer Stelle vollständig: Frage als Überschrift, direkt darunter die Antwort in zwei bis vier Sätzen.
- Schreibe Antworten so, dass sie allein stehen können: Nenne dein Angebot und deine Region beim Namen, statt nur “wir” und “hier” zu schreiben.
- Ersetze Floskeln durch Fakten: seit wann es dein Unternehmen gibt, für wen du arbeitest, was deine Leistung konkret umfasst.
- Halte Firmenname, Adresse und Leistungsbeschreibung überall identisch: auf der Website, im Google Business Profile, in Verzeichnissen.
- Ergänze strukturierte Daten für dein Unternehmen, deine Leistungen und deine Beiträge.
- Prüfe die SEO-Basis: Ist die Website vollständig indexiert, ist die Seitenstruktur klar, laden die Seiten schnell?
- Behalte deine FAQ-Seite oder baue eine, auch ohne Rich Results. Das Format zählt, nicht das Snippet.
- Verzichte auf massenhaft generierte KI-Texte ohne eigene Substanz, sie werden weder zitiert noch gelesen.
- Teste regelmässig selbst: Frag ChatGPT, Perplexity und Google nach deiner Leistung in deiner Region und schau, wer genannt wird und mit welchen Inhalten.
Kurz gesagt
KI-Suche wählt Quellen in zwei Schritten aus: Sie sucht Seiten über die klassische Websuche und zitiert daraus die Passagen, die eine Frage am klarsten beantworten.
Deine Website muss deshalb beides können: gefunden werden und zitierfähig sein. Gefunden wird sie durch solides SEO. Zitierfähig wird sie durch in sich geschlossene Antworten, klare Struktur, echte Fakten, ein eindeutig erkennbares Unternehmen und strukturierte Daten.
Spezialtricks braucht es nicht, das sagt Google selbst. Was es braucht, ist Substanz. Und die hast du als Unternehmen mit echter Erfahrung längst, sie muss nur auf deiner Website stehen.