Was kostet eine Website? Die Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen

Die fünf Faktoren, die den Preis einer Website bestimmen: Umfang, Design-Anspruch, Inhalte, Funktionen und Sichtbarkeitsziel

«Was kostet eine Website?» Das ist die häufigste Frage in unseren Erstgesprächen. Und die ehrlichste Antwort ist unbequem: Es kommt darauf an.

Ich weiss, dass dir diese Antwort allein nichts bringt. Deshalb gehe ich hier einen Schritt weiter: Du erfährst, wovon der Preis einer Website wirklich abhängt, wie du Angebote fair vergleichst und woran du Angebote erkennst, die zu schön sind, um wahr zu sein.

Danach kannst du jedes Angebot einordnen. Auch unseres.

Worum es geht

Zuerst die Frage hinter der Frage: Warum haben seriöse Agenturen keine Preisliste?

Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil eine Website kein Produkt aus dem Regal ist. Sie wird für ein Unternehmen gebaut, für ein Ziel, für eine Ausgangslage. «Was kostet eine Website?» funktioniert wie «Was kostet ein Umbau?»: Ohne das Haus gesehen zu haben, kann das niemand seriös beantworten. Eine Zahl vor dem ersten Gespräch ist entweder so hoch angesetzt, dass jede Überraschung hineinpasst, oder so niedrig, dass sie im Projekt nicht hält.

Was sich dagegen klar benennen lässt: die Faktoren, die den Preis bestimmen. Es sind fünf.

1. Umfang und Seitentiefe. Wie viele Seiten braucht dein Auftritt, und wie viel muss jede einzelne leisten? Eine fokussierte Startseite mit wenigen Unterseiten ist ein anderes Projekt als ein Auftritt mit Leistungsseiten, Standortseiten, Referenzen und Blog. Für viele Unternehmen reicht es am Anfang völlig, eine kompakte Homepage erstellen zu lassen, die das Richtige zeigt. Entscheidend ist nicht die reine Seitenzahl, sondern die Substanz dahinter: Jede Seite, die überzeugen soll, braucht Konzept, Text und Gestaltung.

2. Design-Anspruch: Vorlage oder eigenständiger Auftritt. Eine angepasste Vorlage ist schnell umgesetzt und sieht aus wie tausend andere. Ein eigenständiger Auftritt wird für deine Marke entworfen: eigene Gestaltung, eigene Bildsprache, Wiedererkennung. Beides kann richtig sein, aber es sind zwei völlig verschiedene Arbeitsumfänge und damit zwei völlig verschiedene Preise. Wenn dein Auftritt dich von Wettbewerbern unterscheiden soll, ist die Vorlage die falsche Stelle zum Sparen.

3. Inhalte: vorhanden oder zu erarbeiten. Der am meisten unterschätzte Faktor. Texte, die überzeugen, entstehen nicht nebenbei: Sie brauchen Positionierung, Struktur und Handwerk. Wenn du fertige Texte und gute Fotos mitbringst, ist das ein anderes Projekt, als wenn beides erst entstehen muss. Viele günstige Angebote lösen das auf ihre Weise: Sie rechnen die Inhalte schlicht nicht ein und lassen dich mit hübsch gestalteten, leeren Seiten zurück.

4. Funktionen. Ein Kontaktformular ist Standard. Ein Shop, ein Buchungssystem oder ein mehrsprachiger Auftritt sind eigene Projekte im Projekt: Jede Funktion braucht Konzeption, Umsetzung und Tests. Mehrsprachigkeit zum Beispiel verdoppelt nicht einfach die Texte, sie stellt auch neue Fragen an Struktur und Sichtbarkeit in jeder Sprache.

5. Sichtbarkeitsziel. Soll die Website gefunden werden oder nur existieren? Ein sauberes SEO-Fundament, also durchdachte Struktur, korrekte Technik und schnelle Ladezeiten, gehört in jeden ordentlichen Bau. Laufender Ausbau der Sichtbarkeit, mit neuen Inhalten und Auswertung, ist eine eigene Entscheidung danach. Ob das Fundament im Angebot steckt, siehst du der Endsumme nicht an. Dem Ergebnis später schon.

Die Kurzfassung dieser fünf Faktoren findest du auch in unseren häufigen Fragen zu den Website-Kosten.

So vergleichst du Angebote fair. Zwei Endsummen nebeneinander sagen dir nichts. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn du beiden Anbietern dieselben Fragen stellst:

  • Ist der Umfang derselbe? Gleiche Seiten, gleiche Tiefe, gleiche Funktionen?
  • Sind die Texte inklusive, oder musst du sie selbst liefern?
  • Ist das SEO-Fundament enthalten, oder kostet Sichtbarkeit später extra?
  • Welche Folgekosten entstehen: Abos, Lizenzen, Hosting, Pflegeverträge?
  • Was passiert, wenn im Projekt mehr gewünscht wird als vereinbart?

Oft löst sich der Preisunterschied dabei auf: Das günstigere Angebot ist nicht günstiger. Es enthält weniger.

Zwei Warnsignale. Erstens: Dumpingpreise. Hinter auffällig günstigen Angeboten steckt fast immer dasselbe Muster: eine Vorlage, schnell befüllt, und die eigentlichen Kosten tauchen erst später auf, als Nachträge für alles, was im Startpreis nicht enthalten war. Zweitens: ein «Festpreis» ohne definierten Umfang. Ein Festpreis ist nur dann ein Versprechen, wenn schwarz auf weiss steht, was er umfasst. Fehlt diese Definition, ist er ein Einstiegspreis, und alles Weitere wird zum Nachtrag. Wie wir selbst mit Projektpreisen und laufenden Gebühren umgehen, steht in unseren häufigen Fragen.

Warum das wichtig ist

Weil die billigste Website selten die günstigste ist.

Das Muster begegnet uns in Erstgesprächen immer wieder: Ein Unternehmen hat vor einigen Jahren eine günstige Website machen lassen. Vorlage, Standardtexte, wenig Substanz. Die Seite bringt keine Anfragen, taucht bei Google kaum auf und wirkt auf potenzielle Kunden austauschbar. Nach etwa zwei Jahren steht fest: Es braucht einen Neubau, diesmal richtig.

Unter dem Strich wurde zweimal bezahlt. Einmal für die Website, die nicht funktioniert hat, und einmal für die, die es tut. Dazu kommen die Kosten dazwischen, die auf keiner Rechnung stehen: die monatlichen Abos für eine wirkungslose Seite und, viel schwerer, die Anfragen, die in dieser Zeit an Wettbewerber gegangen sind.

Deshalb ist die richtige Frage nicht nur «Was kostet die Website?», sondern auch: Was kostet es, wenn sie nichts einbringt? Eine Website ist kein Dekorationsposten, sondern ein Werkzeug, das Anfragen bringen soll. An diesem Massstab bemisst sich, ob ein Preis angemessen ist.

Direkt umsetzen

So bekommst du eine ehrliche Einschätzung statt einer Wunschzahl:

  • Kläre dein Ziel: Welche Art von Anfragen oder Kunden soll die Website bringen?
  • Skizziere den Umfang: Welche Seiten und Funktionen brauchst du jetzt, welche erst später?
  • Liste deine Inhalte: Welche Texte, Fotos und Markenelemente existieren schon in guter Qualität?
  • Stell jedem Anbieter dieselben Fragen: Texte inklusive? SEO-Fundament inklusive? Welche Folgekosten?
  • Lass dir erklären, warum das Angebot kostet, was es kostet. Wer die Faktoren nicht erklären kann, hat nicht kalkuliert, sondern geraten.
  • Sei misstrauisch, wenn eine Zahl fällt, bevor jemand dein Vorhaben verstanden hat.

Mit diesen Punkten wird aus «Was kostet eine Website?» eine Frage, die sich seriös beantworten lässt: konkret für dein Vorhaben statt pauschal für alle.

Kurz gesagt

Websites haben keinen Katalogpreis, weil jedes Projekt einen anderen Umfang hat. Den Preis bestimmen fünf Faktoren: Umfang und Seitentiefe, Design-Anspruch, Inhalte, Funktionen und Sichtbarkeitsziel.

Vergleiche Angebote deshalb nie über die Endsumme, sondern über das, was drinsteckt. Und sei skeptisch bei allem, was auffällig günstig ist oder fest klingt, ohne definiert zu sein.

Eine ehrliche Einschätzung bekommt, wer sein Vorhaben konkret beschreibt, und von jedem Anbieter, der erst zuhört und dann rechnet. Genau in dieser Reihenfolge.